Immer öfter umkommt einen das Gefühl, nach der vierjährigen Machtübergabe an eine oder zwei Parteien wieder machtlos zu sein. Und nach vier weiteren Jahren geht der Zirkus wieder von vorne los: Wahlversprechen – Versprechen brechen.
Die grundsätzliche Frage ist und bleibt: Wollen wir Bürger belogen werden oder bemerken wir die eiskalte Machtstrategien der Politiker nicht? Werden noch vor der Wahl Steuersenkungen versprochen, obwohl jeder, der nicht grade blind auf beiden Augen ist, sieht, dass jene nicht finanzierbar sind. Und nach der Wahl? Kurzes Aufschreien und schon sind diese vergessen.
Und davon ist keine Partei verschont. Die sozialen Parteien haben die Verbindung zur Arbeiterschaft verloren oder zerreiben sich langsam in infantilem Schmollgebähren. Die liberalen Parteien sind nur auf ihr eigenes Ansehen bedacht und konservative Parteien geben sich alle Mühe, das C in ihrem Namen so tief in den Schmutz zu ziehen, dass der Sozialstaat vollends demontiert wird.
Durch das ganze Gerangel und Gehacke um die eigene Profilierung ist eine Gruppe vollkommen aus dem Auge verloren gegangen, die dringende Hilfe und Führung benötigt – der Bürger. Außer Reden halten auf zig Gipfeln, sich in Bundestag und Bundesrat zu beschimpfen und einer realitätsfremden EU ständig zu buckeln ist von den Regierungen und Abgeordneten dieses Landes kaum ein Fortschritt zu sehen.
Um diesem entgegen zu wirken muss sich ein Staat im Staat gründen; Mitbürger müssen wieder mehr Eigen- und soziale Verantwortung übernehmen und nicht mehr auf die Hilfe eines ohnmächtigen Staates warten. Vom kleinsten Dienst wie Babysitten und Einkäufen für die alte oder gehbehinderte Nachbarin bis hin zu gemeinsamen Renovierungsarbeiten sollte wieder unentgeldlich für unsere Gesellschaft selbstverständlich werden.
Warum teures Geld für Kinderkrippen ausgeben, wenn man das Kind auch bei der Nachbarin mit anderen Nachbarskindern wohl behütet weiß. Dafür die Nachbarin, die von Harz IV lebt, jeden Tag zum Abendessen einladen. So hat jeder was von einem Netzwerk, das nur ein Ziel hat: Förderung des sozialen Gefüges unserer Gesellschaft.