Unser Sozialstaat ist eines der besten weltweit. Doch wie alles auf der Welt ist auch dieser dem stetigen Wandel unterlegen und bedarf regelmäßig eine grundlegende Reform. Warum schaffen wir das nicht?
Nun, die Antwort ist relativ einfach. Zwar ist das Thema sehr komplex und kann nicht von heute auf morgen gelöst werden, aber die Reform der Sozialgesetze scheitert immer am gleichen Problem: Lobbyarbeit durch Pharmaindustrie und Medizinerverbände und dem fehlenden Schneid der Politiker, sich dem erfolgreich entgegenzustellen.
Zu behaupten, dass Politiker durch großzügige Parteispenden seitens der Industrie ihre Meinung zum Sozialstaat anpassen ist zu spekulativ und nicht immer belegbar. Doch die Vergangenheit bezeugt die Möglichkeit solcher Vermutungen, wenn zeitnah zur Mehrwertsteuersenkung für Hotels Parteispenden von großen Hotelkonzernen fließen.
Natürlich können wir nicht kostenlos zum Arzt, denn auch Mediziner müssen für ihre verantwortungsvolle Arbeit adäquat entlohnt werden. Doch sieht jeder die oft unnötigen bürokratischen Hürden, die sich sowohl Ärzte als auch Apotheker ausgesetzt sind. Auch sind doppelte Untersuchungen oft unnötig und treiben Behandlungskosten unnötig in die Höhe.
Damit sind nur zwei der vielen Bereiche angesprochen, die für eine Kostenexplosion in der Medizin sorgen. Dass wir nebenher auch neue medizinische Techniken und Methoden erringen, die kostenintensiv sind, ist von gebotener Notwendigkeit. Doch sollte dann nicht aus dem Blickpunkt verschwinden, dass bei den neuen Behandlungsmöglichkeiten die Arzneikosten für neue Medikamente unverhältnismäßig hoch sind und diese lebensrettende oder heilende Maßnahme unnötig überteuern.
Sehr geehrter Herr Bundesgesundheitsminister, haben Sie bitte den Schneid sich gegen alle Anfeindungen zu stellen und bleiben Sie standhaft. Fassen Sie Mut und greifen Sie an. Sie sind selber Mediziner und wissen, was faul ist im Staate Deutschland. Zaudern Sie nicht und packen Sie die große Reform an.